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24/07/2006
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Bachelor anerkennen

AUTEUR : TAGEBLATT

- 30-07-08 19:36 - Il y a: 2 yrs -
- Categorie: General News, Articles publiés dans la presse - 1195 fois vu -

Mehrere Staatsgewerkschaften fordern in einem „Comité ad hoc Bachelor“ die Schaffung einer neuen intermediären Karriere beim Staat.

 

Der europäische BolognaProzess, der inzwischen von 46 Ländern unterschrieben wurde, bringt mit sich, dass die Klassifikationen der Hochschuldiplome grundlegend geändert wurden. Die Formel „Bac+“ ist verschwunden. Die Dauer der Studien ist nicht mehr so wichtig. Es ist das Abschlusszeugnis, sprich der Bachelor- und der Master-Grad, das ausschlaggebend ist.
Momentan können in Luxemburg die mittleren Karrieren beim Staat, zum Beispiel die Posten der Redakteure, mit einem Sekundarschulabschluss angestrebt werden. Mehr als 2.100 Redakteure arbeiten augenblicklich beim Staat. Die Bachelors, obwohl sie drei Jahre länger studiert haben, werden ebenfalls in dieser Gehaltsklasse eingestuft. Die höheren Karrieren bleiben den Absolventen von Masters vorbehalten. Mehrere Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, die fast 11.000 Arbeitnehmer beim Staat (Ingenieure, technische sowie Sozial- und Erziehungsberufe) vertreten, haben sich aber nun in einem „Comité ad hoc Bachelor“ zusammengetan. Sie monieren, dass diverse Hochschulzeugnisse in Luxemburg – durch die Integration von Lehrinstituten wie dem Iserp (Lehrer), dem IST (technische Berufe) und dem IEES (graduierte Erzieher) in die Universität Luxemburg – abgeschafft wurden und die Absolventen dieser Studien in ein „No man’s land“ hineinsteuern. Das Komitee fordert, im Rahmen der Gehälterrevision beim Staat, die Einführung einer neuen Karriere, die den Bachelors Rechnung trägt. Das Bachelordiplom soll zum Eintrittsticket in den öffentlichen Dienst werden und sich zwischen der Karriere der Redakteure und den höheren Dienstgraden einreihen.

Ein vorsichtiger und  abwartender Minister

Der verantwortliche Minister für den öffentlichen Dienst, Claude Wiseler, erklärt jedoch, dass man bei den „carrières supérieures“ dem Master den Vorzug gegeben hätte, weil man Wert auf Qualität legen würde. Was die Klassifizierung der Bachelors anbelangt, ist eine Studie in Ausarbeitung, die nach den Sommerferien vorgestellt werden soll. Ende September ist die nächste Gesprächsrunde zwischen Ministerium und Staat programmiert. Claude Wiseler will dann den Syndikaten einen Fragebogen unterbreiten, um nähere Angaben über die Lage und Forderungen der verschiedenen Berufe zu erhalten. Wenn die Rekrutierung der höheren Laufbahnen über die Bachelordiplome laufen würde, wären die Diskussionen über die Aufwertung des Lehrer- und des Erzieherberufs unnötig, da sie automatisch in die höheren Karrieren eingestuft werden müssten. Der Minister will jedoch ein Gleichgewicht herstellen, was die Karrieren beim Staat anbelangt. Die Anerkennung der Bachelordiplome würde eine Reihe von Änderungen provozieren. Man müsse dann auch die Aufgaben und Kompetenzen der Staatsbediensteten neu definieren, so Wiseler. rh 

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